„Bei uns kommen viele auf den Geschmack“

Im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer werden viele Angelernte zu Gesellen

hwk1(off) „Oft kommen sie bei uns erst auf den Geschmack.“, freut sich Wilhelm Oevermann und meint die Teilnehmer der Maßnahmen seines Hauses. Und das ist das Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer mit Sitz in Oldenburg.

Auf den Geschmack kamen zum Beispiel junge Frauen und Männer, die vom Jobcenter Oldenburg einige Wochen in einem Kurs des Bildungszentrums zur Berufsfindung angeleitet wurden. Dort beschäftigten sie sich intensiv mit der Restauration zweier historischer Fahrgeschäfte. Das Ergebnis: derzeit macht eine Raupenbahn aus dem Jahr 1936 und ein „Alt-Ammerländer Pferdekarussell“ von 1898 den Besuchern der historischen Kirmes im Museumsdorf Cloppenburg viel Freude.

Solcherart motiviert finden Teilnehmer des HWK-Bildungszentrums nicht selten den Weg in die Umschulung und somit in ein neues Berufsleben.

Es ist ein weitläufiges Gelände, das die Handwerkskammer Oldenburg in Ofenerdiek für die Aus- und Weiterbildung betreibt. Kontinuierlich erweitert, beherbergt es inzwischen ein Internat, wo unter anderem Teilnehmer von Kursen zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung leben und lernen, große und moderne Schweiß-Werkstätten stehen auf dem Campus, Schulungsräume für alle Arten der Fort- und Weiterbildung bilden einen Komplex und schließlich beherbergt das Zentrum Werkstätten für die sogenannten „überbetriebliche Lehrlingsunterweisung.“ Hier werden zum Beispiel Auszubildende des Tischlerhandwerks an den Werkstücken geschult, die in ihrem jeweiligen Ausbildungsbetrieb nicht angefertigt werden.

14 fest angestellte und etwa 70 freiberufliche Honorarkräfte sind für das Berufsbildungszentrum im Einsatz. Mit diesem Team und in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit werden Umschüler aus dem Umland Qualifizierungsbausteine angeboten, die zum Beispiel angelernten Mitarbeitern Grundkenntnisse in ihrem Beruf vermitteln, die auf eine Berufsausbildung angerechnet werden können. Und so kommt der eine oder andere „auf den Geschmack“, aus einer Tätigkeit als Angelernter einen qualifizierten Beruf zu machen.