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In Oldenburg testet „Next Energie“ drei E-Autos auf ihre Tauglichkeit für den täglichen Bedarf
OLDENBURG (OFF). „Das Programm heißt Alltag“, lautet die eindeutige von Christian Finger, wenn er das Forschungsprogramm seines Hauses erläutert. Sein Haus ist „Next Energy“ in Oldenburg, und das Forschungsprogramm ist ein Feldtest im Rahmen des „GridSurfer“-Projekts.
Der vom Bundeswirtschaftsministerium ausgeschriebene Technolologie-Wettbewerb „Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) für Elektromobilität“ bediente sich bei der Namensgebung des englischen Wortes für „Stromnetz“. Sein Ziel ist es, IKT-basierte Schlüsseltechnologien und –dienste für die Integration der Elektromobilität in bestehenden Energie- und Verkehrsnetzen zu erforschen. „Next Energie“ tut das unter der Leitung von Christian Finger. Dabei ist das Oldenburger Institut mit seinem GridSurfer-Projekt aus 36 eingereichten Projektvorschlägen eines der fünf Konsortien. Unter der Führung der EWE-AG testet „Next Energy“ derzeit drei zum Elektromobil umgebaute Audi A2 auf ihre Alltagstauglichkeit im ländliche Raum.
Seit sechs Wochen bekommen im Wechsel je zwei Personen des 80 Mitarbeiter zählende „Next Energy“-Teams die Schlüssel für die mit Strom betriebene Fahrzeuge. Die Daten des Nutzerverhaltens werden akribisch registriert und ausgewertet. Die Ergebnisse wird das Institut, das der Uni Oldenburg angegliedert ist, am 9. Und 10. September in Mannheim beim Treffen der Konsortien bekanntgeben.
Jetzt schon bekannt ist die Einschätzung der „Probanden“, die den Elektro-Audi zur Fahrt zum Arbeitsplatz oder für den Einkauf und den Wochenendausflug nutzen konnten. Und das ist durchweg positiv. „Unsere Mitarbeiter bewerteten die Fahrzeuge als absolut alltagstauglich.“, so Christian Finger.
Bei einer Reichweite von 200 Kilometern und einer Spitzengeschwindigkeit von 150 km/h überrascht das nicht. „Das ist ein Radius und eine Leistung, mit dem man im Alltag absolut zurechtkommt.“ Über Nacht kommt das Auto dann an die Steckdose. So errechnet das Institut beim derzeitigen Strompreis Kosten von etwa vier Euro pro 100 Kilometer. „Dabei geht man mit Blick auf die Perspektive, die die Bundesregierung sich gesetzt hat, davon aus, dass Strom in Zukunft auf dem eigenen Dach produziert wird“, geht Finger auf das ehrgeizige Ziel ein, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge im Straßenverkehr zu haben.
Bis dahin allerdings gilt es schon, noch einige Hürden zu nehmen. Die Batterien zum Beispiel sind noch zu groß und zu schwer, also ein Objekt intensiver Forschung. Zudem muss das Netz an Strom-Tankstellen engmaschiger werden. Und schließlich ist die Ladezeit von drei Stunden noch deutlich zu lang. „Doch daran arbeitet man derzeit in Japan intensiv“, weiß Christian Finger, der zudem ins Feld führt: „Autos sind ja im Grunde keine Fahrzeuge sondern ‚Stehzeuge‘, denn die meiste Zeit stehen sie auf dem Parkplatz oder in der Garage. Dann kann man sich auch aufladen.“ |