Zwei Tüftler heben mit Airbus ab

3p-Engeneering und Umbratec – Konstruktionen für den Flugzeugbau und Spezialjalousien

OLDENBURG (OFF). Neulich im Baumarkt: „Ich hätte gerne für mein Büro Jalousien, die sich von unten nach oben ziehen lassen. Dann habe ich Schatten auf den Monitoren und dennoch Sonnenlicht im Raum.“ Und der freundliche Herr vom Baumarkt antwortet: „Gibt’s nicht!“

Gibt’s doch – aber nur von einem Anbieter in Deutschland: die Firma „Umbratec“ in Oldenburg. Eigentlich ist das Produkt der vor zwei Jahren gegründeten GmbH & Co. KG ein Steckenpferd von Wilfried Schönbohm und Andreas Neunaber. Die beiden Diplom-Ingenieure kennen sich, seitdem sie bei Hüppe-Form-Sonnenschutz tätig waren. Als die insolvent wurde, machten sie sich im April 2000 selbständig, nannten ihre Firma „3p-Engeneering“ und konstruierten in Rastede zunächst Kleinteile für Autos, bis sie zwei Jahre später Kontakt zur Firma Airbus in Varel bekamen.

So unscheinbar das Büro, das „3p-Engineering“ inzwischen im Technologie- und Gründerzentrum Oldenburg (TGO) in der Marie-Curie-Str. 1 bezogen haben auch wirkt, so eindrucksvoll sind die Produkte, die dort seither konstruiert werden. Wenn für einen Airbus-Flieger eine Tragfläche zu bauen ist, eine Tür oder ein Ruder, dann tüftelt man an den Computern im Erdgeschoss des TGO an den Geräten, die den Bau der Teile erst möglich machen. Das fängt bei ganzen Fertigungshallen an und wird letztlich „herunter gebrochen“ bis zu den Werktischen, die kleinere Teile tragen und an ihren Platz heben können. „Die Laminier-Klebe-Form“ für ein ganzes Rumpfsegment des A 380 ist das größte, bisher gebaute seiner Art.“, betont Wilfried Schönbohm nicht ohne Stolz.

Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen die kreativen Ingenieure inzwischen, einer davon ist Auszubildender im natürlich auch neuen Beruf „Produktdesigner“, alle anderen gestandene Ingenieure.

Ob die in Zukunft auch mit der Konstruktion von Jalousien zu tun haben werden, wird die Entwicklung der Zweitfirma „Umbratrec“ mit sich bringen. Schon treffen erst Anfragen für Sonderanfertigungen ein – zum Beispiel werden Jalousien für runde Fenster benötigt. „Das ist ein klassisches Nischenprodukt – doch da sind wir schon Marktführer“, zeigt sich Wilfried Schönbohm optimistisch, auch solche Bedürfnisse befriedigen zu können.